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Eckesey – Versuch einer Abgrenzung

 
Autor: Jens Bergmann, Hagener Heimatbund e.V.
 

In Nord-Süd-Richtung verläuft das Gemeinde-Gebiet von Eckesey von der Geitebrücke, wo es mit der Bechelte eine kleine Ausstülpung links von der Volme besitzt, die Volme entlang bis zur Einmündung der Ennepe (gemeinsame Grenze mit Vorhalle). Auch dieser folgt sie noch ca. 300 Meter und biegt dann ungefähr in Höhe der Werdestraße nach Osten ab. Wenige Dutzend Meter hat Eckesey hier eine gemeinsame Grenze mit Wehringhausen.

An der alten Kölner Straße (heute Straße am Hauptbahnhof) erreicht man Hagener Gebiet. Hier biegt die Grenze zur Altenhagener Brücke ab und verläuft wieder entlang der Volme bis ungefähr zur Funcke-Brücke. Dort quert sie die Volme und verläuft in Zick-Zack-Linie durch das Drerup-Viertel zum Höing/Ischelandteich.

Nun gibt es eine große Ausstülpung nach Nordosten bis zu einer gemeinsamen Grenze mit der Bauernschaft Fley in Höhe der Loxbaumstraße. Die Boeler Straße abwärts beginnt die Grenze zu Boele. Ungefähr bei der Alexanderstraße folgt sie nun  im Bogen dem längst verrohrten Bachlauf unter dem Hammeckepark und biegt kurz hinter der Freiligrathstraße am Containerterminal wieder nach Norden ab. Entlang der Grimmestrasse und im Bogen bis zur Sonntag- und Schwerter Straße geht es dann wieder zur Geitebrücke zurück.

Im 18. Jahrhundert gab es neben vereinzelten Bauernhöfen und Kotten zwei Siedlungsschwerpunkte: Nämlich um das Rittergut Altenhagen im Bereich Altenhagener Brücke und -Straße und  An der Geitebrücke und oberen Eckeseyer Straße. Die größten Bauernhöfe gehörten den Bauern Refflinghaus (Brüderstraße), Schulte/Beckmann(Droste Hülshoff-Straße) und Rath (Eckeseyer Straße).

 Wichtigster Verkehrsweg für Eckesey war die Altenhagener Straße, Brinkstraße. Lenau-, Droste-Hülshof- und obere Eckeseyer Str. Ungefähr in Höhe der heutigen Fußgängerbrücke Bechelte wurde die Volme in Richtung Herdecke oder Wetter an einer Furt (später einer Holzbrücke) überquert. Überregional war allerdings der Verkehrsweg von der Enneper Straße über die Altenhagener - und Boeler Straße zum Hellweg von größerer Bedeutung.

1788 – 1794 wird die Eckeseyer Straße in ihrem heutigen Verlauf zur Altenhagener Brücke ausgebaut und bleibt mit weiteren Ausbauten wichtigste Durchgangsstraße bis in unsere Zeit.

Schon früh siedelten sich entlang der Volme Fabrikationen an, die über Wehre, Gräben und Teiche die Wasserkraft mit Wasserrädern zur Eisenverarbeitung nutzten. Der Bau der Bergisch-Märkischen Eisenbahn (1848) und der Rheinischen Bahn (1879) zerschnitt die gewachsenen Strukturen, führte aber auch zu einer raschen Entwicklung der Industrie und zum Zuzug von Arbeitskräften. Der südliche Teil Eckeseys wurde beiderseits und zwischen den Schienensträngen Industriegelände, während der nördliche Teil und Altenhagen vom Wohnungsbau überformt wurde. An vielen Stellen entstanden nun Ziegeleien, die Tonerde abbauten und zu Bausteinen verarbeiteten.

Über den Namen Eckesey ist viel spekuliert worden. Heute besteht weitgehende Einigkeit darin, dass die erste Silbe Ecke vom Niederdeutschen Eiche herzuleiten ist, während Ey wohl für eine feuchte Wiese steht. Diese Silbe finden wir in vielen Ortsbezeichnungen unserer Gegend – insbesondere in Flussauen. Eckesey ist somit eine Gegend, die im Überflutungsgebiet eines Flusses (der Volme) liegt und mit Eichen bestanden ist. Viel schöner ist natürlich die Sage, nach der das einzige überlebende Paar nach Pest und Krieg auf die Frage, wer denn in dieser Gegend überlebt hätte, antworte: „Eck un sey“.

Am 1.4.1901 wird die Gemeinde Eckesey/Altenhagen, die vorher zum Amt Boele-Hagen im Landkreis Hagen gehörte mit der Stadtgemeinde Hagen vereinigt. Als 1929 noch Vorhalle und Boele hinzukommen, rückt Eckesey ein Stück von der Peripherie zur Mitte unserer Stadt.

Der Krieg und das Industriensterben haben das Gesicht Eckeseys seitdem noch zweimal entschieden verändert.  Eine Umgehungsstraße im Bereich der Bechelte gibt heute die Chance Wohnen und Leben zwischen Schwerter Straße und Fuhrparkbrücke neu zu gestalten. Auch in Altenhagen denkt man über neue Verkehrswege entland der Bahntrasse nach, um die alten Wohnquartiere entlang der Altenhagener Straße wieder attraktiv zu machen.