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Aktivitäten

Beschilderung

 

 

 

 

 

Beschilderung wichtiger Orte und Plätze               

Ein lang gehegter Wunsch des Hagener Heimatbundes ging in Erfüllung: Die Beschilderung wichtiger Gebäude, Plätze und Gedenkstätten konnte im September 2005 begonnen werden.

Was ging voraus? Den Bürgern der Stadt wichtige Gebäude zu erklären, auf bedeutende Personen hinzuweisen, besondere Orte ins Bewusstsein zu rücken, ist keine Erfindung des Heimatbundes. Andere Städte in Deutschland, besonders Touristenorte, haben das längst vorgemacht. Das Rad musste hier nicht neu erfunden werden, abgucken war erlaubt, und doch brauchte es einen langen Weg, dem Ziel für Hagen näher zu kommen.

Zunächst einmal sind alle dafür. Dann muss man natürlich schauen, wer sucht Orte aus, schreibt Texte, macht Fotos, wer finanziert, wer produziert sie und wie sollen sie aussehen?

 
 

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Beschilderung Grabsteinanlage Familie Kerckhoff

 

In Hagen begann alles mit der Finanzierung. Geld war da. Die Stadt Hagen hatte sich bei der Europäischen Gemeinschaft um Fördermittel für benachteiligte Stadtteile beworben. Der Zuschlag kam 2004 für Wehringhausen und Altenhagen. CRII hieß das Programm - Cities Regain Identity and Image - Städte gewinnen Identität und Image zurück. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hagen übernahm die Projektkoordination für die teilnehmenden sieben europäischen Städte aus Großbritannien, Belgien und Deutschland.

Verschiedene Arbeitsgruppen begannen ihre Arbeit und tauschten sich untereinander aus.  Arbeitsschwerpunkte in Hagen sollen Stadtsauberkeit, Öffentliche Räume, eine Imagekampagne und Bürgerbeteiligung sein.

Als Arwed Fritsch, der die Hagener Koordination leitete, im Herbst 2004 an die Öffentlichkeit trat und verschiedene Aktionsstränge erläuterte, war dabei auch ein Plan für "Hausgeschichten in Wehringhausen" die auf Hinweistafeln die individuelle Geschichte des jeweiligen Hauses beleuchten sollten.

Das war der Zeitpunkt, an dem der Heimatbund ins Spiel kam. Seit 2003 befasste sich nämlich ein Volkshochschul-Kurs unter der Leitung des Heimatbundes mit der Erarbeitung von Rundwegen in Wehringhausen. Er hatte bereits zwei Wege für das obere Buschey-Viertel und die Lange Straße erarbeitet und mit Sponsoring jeweils 2000 Faltblätter der Hagener Bevölkerung zugänglich gemacht. Mit diesen Faltblättern konnte jeder einen ca. 1,5stündigen Weg durch einen Teil Wehringhausens beschreiten und bekam dabei wichtige historische und bautechnisch interessante Gebäude und Orte erklärt. Zwei weitere Rundwege waren in Planung und sollten bis 2005 verwirklicht werden.

2004 wendeten wir uns also an den Verantwortlichen Leiter des Projekts, Herrn Dr. Schmidt, und boten unsere sachkundige Hilfe für eine Hausbeschilderung in Wehringhausen an.

Arwed Fritsch besuchte unseren VHS-Kurs und gemeinsam kam man schnell überein, dass  es wohl sehr schwierig werden würde, private Hausgeschichten zu finden und zu veröffentlichen. Hingegen standen bereits genügend  wichtige Objekte für eine identitäts-stiftende Beschilderung zur Verfügung zu denen es auch historisches Bildmaterial gab. Als man an diesem Abend auseinander ging, hätte keiner geglaubt, dass  noch ein ganzes Jahr ins Land gehen würde, bis man das erste Schild an eine Fassade heften konnte.

Sensibilisiert für das Thema schweiften die Kursmitglieder aus und fotografierten Schilder in anderen Städten. Man einigte sich auf geeignete Objekte und schrieb Texte. Auch fanden sich beim Heimatbund und zwei Mitgliedern gute historische Ansichten, die am Computer für den Zweck bearbeitet wurden. Aber es musste auch eine Einigung über Lay-Out und Material gefunden werden.

Das konnten die bisher Beteiligten nicht allein leisten. Wer musste alles gefragt werden um einen allgemeinen Konsens herzustellen? Früh - vielleicht zu früh wendeten wir uns an die Hausbesitzer, vor allem die Wohnungsvereine und -genossenschaften, die unser Vorhaben begeistert aufnahmen.

Doch wie sollten die Schilder aussehen, wie viel Text- und Bildmenge war dem Betrachter zuzumuten?  Farbe oder Schwarz-Weiß, welche Schrifttype, welche Schildergröße und vor allem, welches Material? Es sollte gut aussehen und als Objektverschönerung begriffen werden, dauerhaft sein - d.h. resistent gegen Witterungseinflüsse und Vandalismus, preiswert zu fertigen und anzubringen im Hinblick auf viele weitere Schilder.

An einem großen runden Tisch mit Beteiligung des CRII Projektbüros, der Bezirksvertretung Mitte, der Unteren Denkmalsbehörde, dem Bauamt und dem Heimatbund konnte aus mehreren Entwürfen und Probeschildern ausgewählt werden. Man einigte sich auf einen Design- und Materialvorschlag des ardenku-Verlags. Das 35 x 40 cm große Aluminiumschild zeichnete sich durch klare Vertikal- und Horizontal-Gliederung aus und  wies gute Wiedererkennungsmerkmale auf. Während ein professioneller Lay-Outer Text und Bildvorschläge dieser Vorgabe anpasste, ging schon einmal unser zweiter Vorsitzender, Dietmar Millhoff, auf  "Good-Will-Tour" durch die Ämter und Bezirksvertretungen, um für ganz Hagen einen Beschilderungs-Konsens zu erzielen. Die erste Anbringungsaktion wurde für Mitte September festgezurrt und dabei sollten von CRII finanziert 16 Schilder zur Montage gelangen. Jetzt mussten nur noch die Hausbesitzer informiert  und um schriftliche Genehmigung gebeten werden. Auch wurden diese um die Benennung eines Verantwortlichen für den Tag der Montage gebeten, damit die Monteure nicht riskierten, wieder weggeschickt zu werden. Mehrfach wurde noch die Schilderproduktion überprüft und schließlich das Startsignal gegeben.

Die Beschilderung wird nach und nach auf ganz Hagen ausgeweitet. Das heißt wieder recherchieren, schreiben, Bilder suchen, "Klinken putzen". Da können wir Hilfe gut gebrauchen.